Karteikarten-Apps im Vergleich: Anki, Quizlet und Co.
Vom Braintoll-Team · · 7 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Die beste Karteikarten-App hängt davon ab, was du lernst. Anki passt, wenn du viel Stoff über Monate behalten willst, etwa im Medizinstudium, und ist bis auf die iPhone-App kostenlos. Quizlet ist am schnellsten startklar und gut für fertige Sets und die Klasse, aber Lernen- und Test-Modus sind ohne Abo begrenzt. Brainyoo und Repetico sind deutsche Alternativen, phase6 passt für Vokabeln aus dem Schulbuch. Braintoll zeigt deine Karten, wenn du eine ablenkende App öffnest.

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Karteikarten-Apps gibt es viele, und die meisten können auf den ersten Blick dasselbe: Vorderseite, Rückseite, Fortschrittsbalken. Die Unterschiede zeigen sich später. Etwa wenn der Lernen-Modus plötzlich ein Abo verlangt, wenn sich 400 fällige Karten stapeln oder wenn du deine Karten auf dem neuen Handy nicht mehr findest.
Hier vergleichen wir die sechs Apps, die für Schule, Ausbildung und Studium im deutschsprachigen Raum am ehesten infrage kommen. Braintoll ist unsere eigene App. Bei den anderen beschreiben wir, was ihre Website und ihr Store-Eintrag sagen. Preise: Stand Oktober 2026.
Die Karteikarten-Apps im Überblick
| App | Am besten für | Wiederholung | Kostenlos | Bezahlt |
|---|---|---|---|---|
| Anki | Viel Stoff, langes Behalten | Plan für jede Karte (SM-2 oder FSRS) | Computer, Android, Web | iPhone-App 29,99 € einmalig |
| Quizlet | Schneller Start, Klasse, fertige Sets | Eigene Lernmethode auf der Website, dazu Lernen-Modus | Karteikarten mit Werbung, je 1 Testlauf | Plus 9,99 € im Monat oder 44,99 € im Jahr (App Store) |
| Brainyoo | Prüfung mit festem Termin | Anpassung ans Lerntempo, danach Leitner-System | Grundfunktionen | Premium 4,99 € im Monat oder 23,99 € im Jahr (App Store) |
| Repetico | Gemeinsam lernen, KI-Karten | Plan richtet sich nach dem Prüfungstermin | Mit Grenzen, 2 Kartensätze laut Test von 2025 | PRO, Preis beim Anbieter |
| phase6 | Vokabeln aus dem Schulbuch | Eigenes Phasensystem | Eigene Vokabeln | Schulbuchpakete ab 9,99 €, dazu Premium-Pakete |
| Braintoll | Lernen ohne Extra-Termin | SM-2, Karten kommen beim Öffnen gesperrter Apps | 1 App, beliebig viele Karten, 3 KI-Erstellungen im Monat | Premium |
Worauf es bei einer Karteikarten-App ankommt
Echte Wiederholung über Tage. Verteiltes Lernen und Selbst-Abfragen sind laut einer großen Übersichtsarbeit die beiden am besten belegten Lernmethoden (mehr dazu im Faktencheck). Achte darauf, ob die App dir Karten nach einem Plan wieder vorlegt oder nur innerhalb einer Sitzung mischt. Warum das zählt, erklärt der Ratgeber zu Spaced Repetition.
Wie schnell du zu Karten kommst. Tippst du alles selbst, gibt es fertige Sets, oder erstellt die KI aus deinem Skript Entwürfe? Bei wenig Zeit entscheidet das oft mehr als der Algorithmus.
Was gratis wirklich heißt. Kostenlose Versionen enden je nach App bei Kartensätzen, Lernmodi, Werbung oder Synchronisation. Schau nach, bevor du hunderte Karten anlegst.
Wo deine Karten liegen. Lernst du auf mehreren Geräten, brauchst du Synchronisation. Und falls du später wechseln willst: Lassen sich die Karten exportieren?
Die Apps im Einzelnen
Anki
Anki ist das Werkzeug der Wahl, wenn du tausende Karten über lange Zeit behalten willst, und im Medizinstudium weit verbreitet. Jede Karte hat einen eigenen Termin, du kannst fast alles einstellen, und es gibt Lückentext, Bildverdeckung, Audio und Add-ons. Auf Computer und Android sowie im Browser ist Anki kostenlos, die Synchronisation auch. Nur AnkiMobile für iPhone und iPad kostet einmalig 29,99 €.
Der Preis dafür ist die Einarbeitung. Anki sieht nüchtern aus und will erst verstanden werden. Und wer ein paar Tage aussetzt, steht vor einem Berg fälliger Karten.
Quizlet
Quizlet ist in einer Minute startklar und hat eine riesige Bibliothek mit Sets anderer Nutzer. Das passt für Schule und Lerngruppen, weil sich ein Set per Link teilen lässt. Mit Magic Notes macht die KI aus Notizen Karten.
Ohne Abo bleiben die normalen Karteikarten mit Werbung. Laut Hilfeseiten ist der Lernen-Modus eine Plus-Funktion mit einer kostenlosen Sitzung zum Ausprobieren, und im Test-Modus gibt es einen kostenlosen Übungstest pro Set. Neu ist eine Lernmethode mit verteilten Wiederholungen in den Karteikarten, die Quizlet mit Memory Score und geplanten Wiederholungen beschreibt und auf den Hilfeseiten für die Website dokumentiert. Viele ältere Vergleiche behaupten noch, Quizlet habe so etwas gar nicht.
Brainyoo
Brainyoo kommt aus Deutschland und richtet sich an Lernende mit einem festen Prüfungstermin. Die App passt die Abfragen an dein Tempo an, nach der Prüfung übernimmt ein Langzeitmodus nach dem Leitner-System. Karten können Bilder, Audio, Video, Formeln und Lückentexte enthalten. Viele Grundfunktionen sind kostenlos, Premium ergänzt unter anderem Gruppen zum Teilen eigener Inhalte. Einen eingebauten KI-Assistenten nennt der App-Store-Eintrag nicht.
Repetico
Repetico läuft im Browser, auf Android und auf dem iPhone und plant deine Wiederholungen passend zum Prüfungstermin. Du kannst andere zu deinen Kartensätzen einladen und zusammen Karten erstellen, und die KI schreibt auf Wunsch Karten oder Multiple-Choice-Fragen. Die kostenlose Version ist begrenzt: Ein Test von Ende 2025 nennt zwei Kartensätze. Das reicht zum Ausprobieren, aber kaum für ein ganzes Semester.
phase6
phase6 ist ein Vokabeltrainer, keine allgemeine Karteikarten-App. Seine Stärke sind fertige Vokabelpakete zu vielen Schulbüchern, etwa von Klett, die laut Verlag einmalig 9,99 € kosten. Eigene Vokabeln kannst du kostenlos anlegen. Die Premium-Pakete mit Synchronisation und Lernberichten kosten laut einem Vergleichsportal ab etwa 36 € im Jahr, aber die Angaben gehen auseinander. Schau deshalb direkt beim Anbieter.
Braintoll
Braintoll geht einen anderen Weg. Du musst die App nicht von dir aus öffnen: Die Karten erscheinen, wenn du eine App öffnest, die du gesperrt hast, etwa Instagram oder TikTok. Beantworte ein paar, und die App öffnet sich für die eingestellte Zeit. Die Abstände plant Braintoll mit Spaced Repetition. Karten schreibst du selbst, startest mit einem fertigen Set, importierst ein Anki-Deck samt Lernstand oder lässt sie von der KI aus Thema, Text oder Datei erstellen (so geht’s mit PDFs).
Dafür ist Braintoll enger als die anderen: nur Textkarten, keine Lückentexte oder Bilder, keine Synchronisation zwischen Geräten und kein Teilen mit der Klasse. Für lange Lernsitzungen am Schreibtisch ist Anki die bessere Wahl.
Anki oder Quizlet?
Das ist die häufigste Frage, und die Antwort hängt daran, wie lange du den Stoff brauchst.
- Anki, wenn du etwas über Monate oder Jahre behalten musst: Medizin, Jura, Staatsexamen, eine Sprache. Du investierst mehr Zeit in die Einrichtung und bekommst dafür einen Plan für jede einzelne Karte.
- Quizlet, wenn es schnell gehen soll: die Vokabeln der Lektion, der Test am Freitag, ein Set von der Lerngruppe.
Eine belastbare Studie, die beide Apps direkt vergleicht, haben wir nicht gefunden. Wer also behauptet, die eine bringe genau so viele Punkte mehr, rät. Bei den Kosten ist der Unterschied dagegen klar: Anki kostet nichts oder einmal 29,99 €, Quizlet im Abo jedes Jahr etwa 45 €.
Wechseln geht übrigens auch: Auf der Quizlet-Website kannst du ein eigenes Set als Text exportieren (mit Tab zwischen Begriff und Definition) und die Datei in Anki am Computer über Datei → Importieren einlesen. Bilder, Audio und Lernstand kommen dabei nicht mit, und Sets, die du von anderen kopiert hast, lassen sich nicht exportieren.
Welche Vokabel-App passt?
Für Vokabeln kommt es darauf an, woher die Wörter stammen:
- Aus deinem Schulbuch: phase6, weil die Pakete zum Buch und zur Lektion passen. Alternativ Quizlet, wo oft jemand das Kapitel schon abgetippt hat. Prüf solche Sets aber auf Fehler.
- Eigene Wörter über lange Zeit: Anki, gern mit Beispielsatz und Audio.
- Du vergisst das Lernen immer wieder: Braintoll. Es bringt fertige Sets für Englisch (B2 und C1), Spanisch und Deutsch mit, und die Wörter kommen beim Griff zum Handy.
Sprachkurse wie Babbel oder Duolingo haben wir hier nicht aufgenommen, weil sie Lektionen anbieten und keine freien Karteikarten. Tipps zur Methode stehen im Ratgeber Vokabeln lernen.
Karteikarten-App kostenlos: Was wirklich gratis ist
- Anki: alles außer der iPhone-App. Auf dem iPhone kannst du kostenlos im Browser über AnkiWeb wiederholen, brauchst dafür aber Internet.
- Quizlet: Sets erstellen und Karteikarten lernen, mit Werbung. Lernen und Test nur begrenzt.
- Brainyoo: Grundfunktionen, Zusatzfunktionen kosten.
- Repetico: begrenzte Zahl an Kartensätzen.
- phase6: eigene Vokabeln, keine Schulbuchpakete.
- Braintoll: eine gesperrte App, beliebig viele Karten und drei KI-Erstellungen im Monat.
Wer lieber auf Papier lernt, findet kostenlose Karteikarten-Vorlagen zum Ausdrucken.
Was alle Apps außer einer gemeinsam haben
Der Plan hilft nur an den Tagen, an denen du die App öffnest. Genau daran scheitern die meisten: Ein paar Tage Pause, und aus der Routine wird ein Berg, um den du lieber einen Bogen machst. Die App ist dabei selten das Problem. Instagram öffnest du dagegen dutzende Male am Tag, ohne dich dafür entscheiden zu müssen.
Deshalb hängt Braintoll die Wiederholung an genau diesen Griff zum Handy. Du musst dafür nicht wechseln: Behalte deine großen Stapel in Anki und leg den einen, den du immer vernachlässigst, in Braintoll. Der Vergleich mit Anki zeigt, wie der Import funktioniert. Braintoll ist für eine App kostenlos, für Android und iPhone.
Häufige Fragen
Welche Karteikarten-App ist die beste?
Für langes Behalten großer Stoffmengen ist Anki am stärksten, für den schnellen Start und die Klasse Quizlet. Brainyoo und Repetico passen, wenn du auf einen festen Prüfungstermin hinlernst, phase6 für Vokabeln aus dem Schulbuch. Wenn du deine Karten sonst vergisst, passt Braintoll, weil es sie beim Öffnen gesperrter Apps zeigt.
Welche Karteikarten-App ist kostenlos?
Anki ist auf Computer, Android und im Browser komplett kostenlos, nur die iPhone-App kostet einmalig 29,99 €. Quizlet, Brainyoo, Repetico, phase6 und Braintoll haben kostenlose Versionen mit Grenzen, etwa bei Lernmodi, Kartensätzen oder Funktionen.
Ist Anki besser als Quizlet?
Für langfristiges Lernen meist ja, weil jede Karte einen eigenen Wiederholungsplan hat und die App darauf aufbaut. Für den schnellen Einstieg, geteilte Sets und einen einzelnen Test ist Quizlet oft praktischer. Entscheidend ist, wie lange du den Stoff brauchst.
Gibt es eine Karteikarten-App mit KI?
Ja. Quizlet erstellt mit Magic Notes Karten aus Notizen, Repetico per KI Karten und Multiple-Choice-Fragen, Braintoll aus einem Thema, Text oder einer PDF-, PowerPoint- oder Word-Datei. Bei Anki geht das nur über Add-ons oder separate Werkzeuge. Prüf KI-Karten immer, bevor du damit lernst.
Kann ich meine Karten in eine andere App mitnehmen?
Oft ja, aber meist nur als Text. Quizlet exportiert eigene Sets als Text, den du zum Beispiel in Anki importieren kannst. Anki-Decks lassen sich als .apkg-Datei exportieren, und Braintoll übernimmt daraus Textkarten samt Lernstand. Bilder und Lückentexte bleiben dabei außen vor.
Braintoll steht in keiner Verbindung zu Anki, Ankitects, AnkiDroid, Quizlet, Brainyoo, Repetico, phase6, Babbel oder Duolingo. Alle Produktnamen sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber.
