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Braintoll

Lernplan erstellen: Schritt für Schritt mit kostenloser Vorlage

Vom Braintoll-Team · · 8 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Einen Lernplan erstellst du am besten rückwärts vom Prüfungstermin aus. Schreib alle Themen auf, schätz die Stunden pro Thema und nimm sie mal 1,5, denn fast alle schätzen zu knapp. Gib jedem Thema einen festen Tag und trag die Wiederholungen gleich mit ein: am nächsten Tag, etwa eine Woche später und noch einmal in der letzten Woche. Halte pro Woche einen Tag als Puffer frei und plane in der letzten Woche keinen neuen Stoff mehr, sondern nur Wiederholungen und Übungsaufgaben.

Illustration: ein Kalender mit zwei abgehakten Tagen und einem eingekreisten Tag, daneben ein Stapel Karteikarten und ein Bleistift
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Ein Lernplan ist schnell gemacht: Themen auf die Tage verteilen, fertig. Zwei Wochen später hängst du drei Tage hinterher, die ersten Kapitel sind wieder weg, und am Ende lernst du doch alles in der letzten Woche.

Das liegt selten an fehlender Disziplin, sondern am Plan. Den meisten Lernplänen fehlen drei Dinge: Wiederholungen, Puffer und eine ehrliche Schätzung, wie lange etwas dauert. Hier erfährst du, wie du einen Lernplan erstellst, in dem alle drei von Anfang an drinstehen. Am Ende gibt es eine kostenlose Lernplan-Vorlage mit Themenliste, Plan für die Prüfungsphase und Wochenplan, als PDF und Word.

Was ein guter Lernplan enthält

  • Alle Themen, so klein geschnitten, dass du sie an einem Tag schaffst.
  • Einen festen Tag für jedes Thema und einen festen Block an diesem Tag.
  • Die Wiederholungen jedes Themas, mit Datum, nicht „irgendwann am Ende“.
  • Puffer, weil immer etwas dazwischenkommt.
  • Eine letzte Woche ohne neuen Stoff.

Die meisten Vorlagen im Netz haben Platz für die ersten beiden Punkte. Die anderen drei entscheiden, ob der Plan bis zur Prüfung hält.

Lernplan erstellen in 6 Schritten

1. Vom Prüfungstermin rückwärts planen

Trag den Prüfungstermin ein und zähl die Tage bis dahin. Dann streich, was schon belegt ist: Vorlesungen, Nebenjob, Termine, das Wochenende bei der Familie. Was übrig bleibt, ist die Zeit, mit der du wirklich planen kannst. Hast du mehrere Klausuren, machst du das für jede einzeln.

2. Den Stoff in Themen zerlegen

Geh Modulbeschreibung, Vorlesungsfolien und Altklausuren durch und schreib jedes Thema auf, so klein wie sinnvoll. „Kapitel 3: Marktgleichgewicht“ ist ein Thema, „VWL“ nicht. Kleine Themen machen Fortschritt sichtbar und erleichtern den nächsten Schritt. Markier dir, welche Themen in der Prüfung am meisten zählen.

3. Aufwand schätzen und mal 1,5 nehmen

Schätz für jedes Thema, wie viele Stunden du brauchst, um es einmal gründlich zu lernen. Dann nimm die Zahl mal 1,5. Das wirkt übertrieben, ist es aber nicht. Die Psychologie nennt das den Planungsfehlschluss: Wir planen mit der Version der Arbeit, in der nichts schiefgeht. In einer bekannten Studie von Roger Buehler und Kollegen schätzten Studierende, wie lange sie für ihre Abschlussarbeit brauchen würden. Im Schnitt rechneten sie mit 34 Tagen, tatsächlich waren es 55. Nicht einmal ein Drittel wurde bis zum eigenen Termin fertig.

Liegt deine Summe über der Zeit, die du hast, weißt du es jetzt und nicht erst in der Nacht vor der Prüfung. Dann kürzt du bei den Themen, die am wenigsten zählen.

4. Wiederholungen fest einplanen

Diesen Schritt lassen die meisten Lernpläne aus, dabei ist er am besten belegt. In einer großen Übersichtsarbeit zu Lerntechniken bewerteten John Dunlosky und Kollegen nur zwei Methoden als sehr wirksam: verteiltes Lernen und das Abfragen des eigenen Wissens. Nochmal lesen und Markieren schnitten deutlich schlechter ab.

Wie weit sollen die Wiederholungen auseinanderliegen? In einer Studie mit über 1.300 Teilnehmenden fanden Nicholas Cepeda und Kollegen: Der beste Abstand zwischen zwei Lerneinheiten wächst mit der Zeit bis zum Test. Liegt der Test eine Woche entfernt, sind es etwa ein bis drei Tage, liegt er Monate entfernt, ein paar Wochen. Für eine typische Prüfungsphase reicht dieses Schema:

  • Lernen am geplanten Tag.
  • Wiederholen nach 1 Tag. Kurz: zehn Minuten dich selbst abfragen, nicht nochmal lesen.
  • Wiederholen nach etwa 1 Woche.
  • Letzte Wiederholung in der Woche vor der Prüfung.

Trag diese Termine sofort neben dem Thema ein, wenn du es planst. In der Vorlage gibt es dafür eigene Spalten. Warum das funktioniert, steht im Ratgeber zu Spaced Repetition. Wie du dich abfragst, statt nur zu lesen, erklärt der Ratgeber zu Active Recall. Welche Lernmethoden in die Lerneinheiten selbst gehören, steht im Faktencheck zu Lernmethoden.

5. Lernzeiten als feste Blöcke eintragen

„Diese Woche Chemie lernen“ lässt sich leicht verschieben. „Dienstag, 16 bis 18 Uhr, am Schreibtisch: Kapitel 3, danach Karteikarten“ nicht so leicht. Pläne, die festlegen, wann, wo und was, heißen in der Psychologie Wenn-dann-Pläne. Eine Meta-Analyse von 94 Studien durch Peter Gollwitzer und Paschal Sheeran zeigt, dass Menschen ihre Ziele damit deutlich häufiger umsetzen.

Bleib bei der Lernzeit pro Tag ehrlich. Eine Zahl, die für alle passt, gibt es nicht. Plane mit den Stunden, die deine Tage wirklich hergeben, mach zwischen den Blöcken kurze Pausen und spar nicht am Schlaf, schon gar nicht in der letzten Woche.

6. Puffer einbauen

Halte pro Woche einen Tag frei, mindestens einen halben. Läuft alles nach Plan, hast du frei. Wenn nicht, fängt der Tag auf, was liegen geblieben ist. Und plane die letzte Woche vor der Prüfung ohne neue Themen: Sie gehört der letzten Wiederholung, Übungsaufgaben und Altklausuren.

Beispiel: Lernplan für 4 Wochen

Angenommen, du hast 10 Themen und vier Wochen bis zur Klausur. Mit den sechs Schritten sieht der Plan etwa so aus:

Woche Neue Themen Wiederholungen Außerdem
1 Themen 1–4 Jedes Thema am Tag danach Sonntag frei
2 Themen 5–8 Tag danach, dazu Themen 1–4 nach einer Woche Samstag Puffer
3 Themen 9–10 Themen 5–10 nach einer Woche Erste Übungsaufgaben, ein Puffertag
4 Keine Letzte Wiederholung aller Themen, die schwächsten zuerst Altklausur unter Prüfungsbedingungen

Die Wiederholungen nehmen von Woche zu Woche mehr Platz ein. Das ist Absicht: In Woche 3 festigst du vor allem, statt neu zu pauken.

Lernplan für mehrere Klausuren

Plane für jede Klausur rückwärts von ihrem Termin und leg alle Pläne in einen Kalender. Dann gilt:

  • Fang früh mit der Klausur an, die den meisten Stoff hat, nicht mit der, die zuerst kommt.
  • Lern zwei Fächer pro Tag statt ein Fach pro Woche. Sonst stauen sich die Wiederholungen des einen Fachs, während du mit dem anderen beschäftigt bist.
  • Gib jeder Klausur eine eigene letzte Woche, wenn es geht. Liegen zwei Klausuren dicht beieinander, dürfen sich die letzten Wochen überschneiden. Neuer Stoff fällt dann für beide weg.

Wenn der Plan hinterherhinkt

Das passiert jedem einmal. Was dann hilft:

  1. Zuerst den Puffer nutzen. Dafür ist er da.
  2. Nicht alles um einen Tag verschieben. Damit rückt das Problem nur näher an die Prüfung. Plane lieber ab heute neu, mit den Tagen, die noch bleiben.
  3. Kürzen statt pauken. Streich oder verkürz die Themen, die in der Prüfung am wenigsten zählen, und behalte die Wiederholungen. Ein Thema, das du einmal gelernt und wieder vergessen hast, bringt am Prüfungstag wenig.
  4. Die Schätzung prüfen. Dauert jedes Thema doppelt so lange wie geplant, pass den Faktor für den Rest des Plans an, statt auf Besserung zu hoffen.

Lernplan-Vorlage zum Herunterladen

Die Vorlage hat drei Seiten im Querformat:

  • Themenliste: jedes Thema mit geschätzten Stunden, dem Tag, an dem du es lernst, und Spalten für die Wiederholung nach 1 Tag, nach 1 Woche und die letzte Wiederholung.
  • Prüfungsphase: 4 Wochen: eine Zeile pro Woche mit Wochenziel und Platz für die Blöcke jedes Tages.
  • Wochenplan: Stundenblöcke von 8 bis 20 Uhr und eine Zeile für die Wiederholungen jedes Tages.

Download: PDF, A4 · Word, A4

Das PDF druckst du aus und füllst es von Hand aus, die Word-Datei kannst du am Rechner bearbeiten. Beides ist kostenlos und ohne Anmeldung. Wer mit Karteikarten aus Papier lernt, findet passende Karteikarten-Vorlagen zum Ausdrucken.

Lernplan mit KI erstellen?

ChatGPT und andere KI-Tools entwerfen dir in Sekunden einen Lernplan, wenn du Themen, Prüfungstermin und verfügbare Stunden angibst. Prüf dabei zwei Dinge: ob Wiederholungen eingeplant sind und ob Puffer bleibt. Fehlt beides, bitte ausdrücklich darum. Wie lange du für ein Thema brauchst, weiß die KI nicht. Die Schätzung aus Schritt 3 bleibt also deine Aufgabe.

Lernplan und Karteikarten verbinden

Die schwächste Stelle jedes Lernplans ist die Spalte mit den Wiederholungen. Wiederholungen sind kurz, leicht zu überspringen, und niemand erinnert dich daran. Karteikarten lösen das erste Problem, Braintoll das zweite.

In Braintoll wird aus jedem Thema ein Kartenstapel: Schreib die Karten selbst oder lass sie von der KI aus deinen Vorlesungsfolien oder deinem Skript erstellen (so geht’s). Die App plant jede Karte mit Spaced Repetition, sodass die Wiederholungen aus Schritt 4 stattfinden, ohne dass du Termine verwalten musst. Und sie stellt ein paar dieser Karten vor die Apps, die du auswählst, etwa Instagram oder TikTok. Leg die aktiven Zeiten auf deine Lernblöcke, dann öffnet sich eine App in diesen Stunden erst nach ein paar Karten. Den Rest des Tages öffnen sich deine Apps ganz normal. Mehr dazu, wie du das Handy aus der Lernzeit heraushältst, steht im Ratgeber zur Handy-Ablenkung beim Lernen.

Braintoll ist für eine App kostenlos, mit beliebig vielen Karten, für Android und iPhone.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden am Tag sollte man lernen?

Eine Zahl, die für alle passt, gibt es nicht, und die Forschung liefert auch keine. Plane mit den Stunden, die du über Wochen durchhältst, nicht mit denen, die du einmal schaffst. Kurze, regelmäßige Einheiten mit Wiederholungen bringen mehr als lange, die du nicht durchhältst. Geht dein Plan nur mit zehn Stunden am Tag auf, braucht er weniger Themen oder einen früheren Start.

Wann sollte man anfangen, für eine Klausur zu lernen?

Zähl die Stunden aller Themen zusammen (schon mal 1,5 genommen) und teil sie durch die Stunden, die du pro Tag lernen kannst. Rechne einen Puffertag pro Woche und eine letzte Woche für Wiederholungen dazu. Das ergibt deinen Starttermin. Für die meisten Klausuren an der Uni sind das mehrere Wochen, nicht ein paar Tage.

Tagesplan oder Wochenplan: Was ist besser?

Beides, auf verschiedenen Ebenen. Themenliste und Vier-Wochen-Plan geben dir den Überblick und die Termine für die Wiederholungen. Der Wochenplan macht daraus konkrete Blöcke. Eine To-do-Liste für den Tag ist optional. Stundengenau solltest du aber nicht weiter als eine Woche im Voraus planen.

Was tun, wenn ich mich nicht an meinen Lernplan halte?

Prüf zuerst, ob der Plan realistisch war: Vergleich deine Schätzungen mit der Zeit, die die Themen wirklich gedauert haben. Dann mach die Blöcke kleiner, leg sie auf feste Uhrzeiten und halte Ablenkungen in dieser Zeit fern, allen voran das Handy. Ein Plan, den du zu 70 Prozent einhältst, ist besser als ein perfekter, den du aufgegeben hast.

Gibt es den Lernplan auch als Excel-Vorlage?

Die Vorlage gibt es als PDF und als Word-Datei. Die Word-Datei lässt sich in Word, LibreOffice oder Google Docs bearbeiten. Wer lieber mit Formeln rechnet, kann die Spalten der Themenliste einfach in eine Tabelle übernehmen.

Mach deinen nächsten Griff zum Handy sinnvoll.

Braintoll stellt ein paar Lernkarten zwischen dich und die Apps, die deine Aufmerksamkeit fressen — so lernst du bei jedem reflexhaften Öffnen etwas dazu.